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Twitter-Tipps: Wahlkampf und Wahlen in Israel

Pistazieneis und Bibis Bots

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Jeden Freitag kuratieren wir fünf Twitter-Accounts zu einem bestimmten Thema. In dieser Woche: Die Wahlen in Israel am 9. April.

1.) Yael Mizrahi-Anaud

Die Polit-Analystin Yael Mizrahi-Arnaud arbeitet für den Thinktank »Council on Foreign Relations« in New York.

 

In ihrem Post informiert sie über die aktuellen Umfragewerte des Fernsehsenders Channel 13 zur 21. Knesset-Wahl. So hat die Arbeiterpartei 4 Sitze dazugewonnen, laut Mizrahi-Arnaud vermutlich zwei von der neugegründeten politischen Allianz »Blau und Weiß« (Kohol Lavan) und zwei von der linken Meretz. Die rechtsnationalistische Yisrael Beiteinu würde laut der Umfrage gar nicht mehr in die Knesset einziehen, während die zentristische Partei Kulanu die Sperrklausel von 3,25 Prozent gerade noch überschreiten würde.

2.) Karine Nahon

Karin Nahon ist Professorin für Informatik an der privaten Forschungsuniversität IDC Herzliya und außerdem Präsidentin der »Israel Internet Association«. Auf ihrem Twitter-Account kommentiert sie die israelische Politik – im Moment vor allem im Lichte der anstehenden Wahlen. So nimmt sie beispielsweise ein Foto der allesamt männlichen Spitzenkandidaten der Likud-Partei zum Anlass, mehr Teilhabe von Frauen in der Politik zu fordern.

 

Außerdem war Nahon an der Entdeckung der Social-Media-Bots beteiligt, die Netanyahu-freundliche Botschaften verbreiten und seine Gegner in ein schlechtes Licht rücken sollen. Im Zuge dessen hat ihre Organisation die Platform BotReport eingerichtet. In ihrem Tweet ruft sie dazu auf, gefälschte Konten zu melden – bisher seien schon 30 Facebook-Konten entfernt worden.

 

3.) IsraelElex

Das Team hinter IsraelElex bezeichnet sich auf seiner Website als unpolitische Bewegung und macht es sich zur Aufgabe, Informationen rund um die Wahlen in Israel auf Englisch bereitzustellen. Ein paar hebräische Begriffe findet man aber dennoch auf dem Twitter-Account – so zum Beispiel »Olim«, damit sind Einwanderer nach Israel gemeint. Wörtlich bedeutet der Begriff so viel wie die »Aufgestiegenen«.

 

Neben den harten Fakten zu Parteien und Spitzenkandidaten berichte IsraelElex über Skurriles im israelischen Wahlkampf. So zum Beispiel über ein besonderes »Mishloach Manot«, die zum Purim-Fest versandte Speise. Für den Ministerpräsidenten ist das: Pistazieneis. Aktivisten der linksgerichteten Partei Meretz erinnern damit an einen Skandal aus dem Jahr 2013. 2.000 Euro hatte Netanyahu damals dem israelischen Staatshaushalt für Pistazieneis in Rechnung gestellt.

 

4.) Noga Tarnopolsky

Noga Tarnopolsky verfolgt die Wahlen vor Ort in Jerusalem und schreibt als freie Journalistin beispielsweise für die New York Times und Reuters.

 

In ihrem Tweet bezieht sich Tarnopolsky auf eine Ankündigung von Bezalel Smotrich, Parteichef der rechtsreligiösen Partei Tkuma des Bündnisses »Union der rechten Parteien«. Benjamin Netanyahus Partei Likud wird Umfragen zufolge wohl nicht mehr die größte Fraktion stellen – weshalb der Regierungschef ein Bündnis mit der rechten Union anstrebt.

 

Smotrich sagte nun dem Nachrichtensender Kan, seine Partei wäre nur dazu bereit, wenn das Oberste Gericht gegenüber der Knesset deutlich geschwächt werden würde. Innerhalb von 60 Tagen nach Amtsantritt soll laut Smotrich die Regierung ein Gesetz beschließen, dass es der Knesset möglich macht, das Oberste Gericht beim Beschluss von Gesetzten zu übergehen. Ansonsten wäre die Koalition Geschichte: »Wenn [Netanyahu] eine rechte Regierung etablieren will, muss er diese Änderung genehmigen, denn ansonsten macht eine rechte Regierung keinen Sinn«, so Smotrich.

 

5.) Mairav Zonszein

Journalistin Mairav Zonszein schreibt unter anderem für die Washington Post und The Intercept und kommentiert vor allem die Politik in Israel und Palästina und deren Auswirkungen auf die USA.

 

Auf Twitter spottet sie über die israelische Tageszeitung Haaretz und einige linke Politiker, die arabische Israelis dazu aufrufen, an der Wahl teilzunehmen. Zonszein zeigt Verständnis für deren Boykott: »Es gab noch keine einzige arabische Partei in einer israelischen Regierungskoalition. Was erwartet ihr?«

Von: 
zenith-Redaktion

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