Lesezeit: 6 Minuten
Follow-Friday: Mutmaßliche Giftgas-Angriffe in Syrien

Duma und kein Ende

Feature
Follow Friday

Jeden Freitag kuratieren wir fünf Twitter-Accounts zu einem bestimmten Thema. In dieser Woche: Die mutmaßlichen Giftgas-Angriffe in Syrien

Im Umland der umkämpften Stadt Idlib soll das Assad-Regime am Sonntag einen Chlor-Angriff gegen feindliche Kämpfer angeordnet haben. Die USA drohten daraufhin mit Vergeltung. Zeitgleich kursieren Meldungen über einen geleakten Bericht aus Reihen der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), der die offizielle Darstellung des Giftgasangriffes in Duma vom April 2018 in Frage stellt und eine Inszenierung durch syrische Rebellen unterstellt. Die Meldungen über den Report wurden vor allem von russischen und syrischen Nachrichtendiensten verbreitet. Verfasser soll ein OPCW-Mitarbeiter namens Ian Henderson sein.

 

1.) Kristyan Benedict

Kristyan Benedict arbeitet als Syrien-Experte bei Amnesty International. Auf Twitter berichtet er über die Menschenrechtsverletzungen des Assad-Regimes und kommentiert die Syrien-Politik der internationalen Gemeinschaft

 

Hier bezieht er sich auf die Rede des amerikanischen UN-Botschafters Jonathan Cohen, der Anfang der Woche vor dem UN-Sicherheitsrat versichert hatte, die USA würden jedem Chemiewaffen-Einsatz in Syrien entschlossen entgegentreten. Benedict sieht in der Aussage und der ausbleibenden Reaktion einen Freifahrtschein für Assad.

 

 

2.) Asaad Hanna

Asaad Hanna schreibt unter anderem für das amerikanische Online-Magazin Al-Monitor. Auf Twitter kommentiert er täglich die Entwicklungen in Nahen Osten und informiert seine Follower mit deutlichen Worten und viel Videomaterial über die alarmierenden Entwicklungen in Syrien.

 

Hanna findet deutliche Worte zu Assads Chemiewaffen-Einsätzen und richtet sich direkt an den US-amerikanischen Präsidenten. Sein Wunsch: Trump möge die syrische Luftwaffe endlich dem Erdboden gleichmachen.

 

 

 

3.) Aaron Maté

Aaron Maté schreibt für die US-amerikanischen Zeitungen The Nation und The Grayzone -  die jüngst vor allem mit der scharfen Kritik an den syrischen »Weißhelmen« in Verbindung gebracht wird. Maté twittert vor allem über US-Außenpolitik in Entwicklungsländern und Krisengebieten.

 

Maté nimmt die mutmaßlichen Chlor-Angriffe in dieser Woche zum Anlass, um an den Giftgasangriff in Duma vom April 2018 zu erinnern. Maté findet, die Gerüchte über den OPCW-Bericht könnten nicht ignoriert werden. Von der Twitter-Community erntet er für diese Äußerung zum Teil heftige Kritik.

 

 

4.) Dan Cohen

Dan Cohen arbeitet für Putins Propagandakanal Russia Today und versucht auf Twitter, die vermeintliche Anti-Syrien-Hetze des Westens aufzudecken.

 

Für Cohen ist die US-Inszenierung der Giftgasangriffe auf Zivilisten in Duma kein Gerücht, sondern eine Tatsache. Das gleiche Muster sieht er in den aktuellen Meldungen über die Chlor-Angriffe in Jabal al-Akrad.

 

 

5.) Dr. Zaher Sahloul

Dr. Zaher Sahloul ist Arzt syrischer Abstammung und Präsident der US-amerikanischen NGO MedGlobal, die sich für die medizinische Versorgung in Krisengebieten einsetzt. Sahloul twittert über die Konfliktzonen in Syrien. Sein Fokus liegt auf den schwierigen Arbeitsbedingungen für Ärzte und Pflegepersonal wegen mangelnder medizinischer Ausrüstung und zerstörten Krankenhäusern.

 

Hier postet Sahloul Videoaufnahmen eines zerbombten Hauses in Idlib. Er findet, das Ereignis verdiene mehr Aufmerksamkeit als die mutmaßlichen Giftgas-Angriffe des Assad-Regimes auf vier feindliche Kämpfer in der Jabal al-Akrad Hügellandschaft.

 

 

 

 

Von: 
zenith-Redaktion

Banner ausblenden

zenith 2019-1 Irak Stadt der Dämonen

Die neue zenith ist da!

Diktatoren lieben Altertümer, Dschihadisten hassen sie. Hatra, die Königin der Wüste und Heldin unserer Titelstory, hat auch deshalb eine unglaubliche Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte voller Abenteuer, Rätsel und gescheiterten Ambitionen.

Verreisen Sie mit zenith

01. - 10. November 2019
Der Oman ist weltweit bekannt für seine atemberaubenden Landschaften und historischen Stätten, die am Golf ihresgleichen suchen. Der Oman ist aber auch aus kultureller und gesellschaftlicher Perspektive einzigartig. Staatsreligion des Omans ist zwar der Islam, die sehr tolerante und auf Koexistenz basierende Rechtsschule der Ibadiyah lässt aber auch viele andere Religionsgemeinschaften, darunter Christen und Buddhisten, erblühen. Wir bringen Sie in Kontakt mit Vertretern der verschiedenen Glaubensgemeinschaften und der omanischen Regierung, um eine lebhafte Debatte über Religion und Freiheit zu führen.