Lesezeit: 8 Minuten
Covid-Isolationseinrichtungen für Geflüchtete in Griechenland

»Schlimmer als in Syrien«

Feature
Covid-Isolationseinrichtungen für Geflüchtete in Griechenland
Maher al-Khalaf mit seinem Sohn in der Isolationseinrichtung im Lager Vathy auf Samos Foto: Fareid Atta

Die griechische Insel Samos – für manche ein Urlaubsparadies, für viele geflüchtete Menschen ein Albtraum. Sie berichten von menschenunwürdigen Zuständen und einem mangelhaften Umgang mit der Pandemie.

Wenige Kilometer von der Türkei entfernt, befinden sich derzeit 2.000 Geflüchtete an einem Ort, der für maximal 650 Personen ausgelegt ist. Sie leben auf Samos unter unvorstellbar miserablen Bedingungen; ein Großteil von ihnen in provisorischen Zelten neben der offiziellen Einrichtung. Umgeben ist der Ort von einem Waldgebiet, das häufig nur »der Dschungel« genannt wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner haben weder Zugang zu Duschen und sanitären Einrichtungen, noch zu geeigneten Räumlichkeiten, um sich warm zu halten.

 

Die Covid-19-Pandemie hat die Sorgen der Geflüchteten und Asylsuchenden auf der Insel nur noch weiter vergrößert. Zwischen März und Mai 2021 wurden Hunderte in den offiziellen Teil des Lagers (Reception and Identification Centre, RIC im Ort Vathy für die verpflichtende Quarantänezeit von 14 Tagen verlegt.

 

In den verschiedenen Isolationseinrichtungen sind die gefährdeten, schwangeren und chronisch kranken Patientinnen und Patienten mit komplizierten Gesundheitsproblemen an einem Ort zusammengedrängt. Wiederholt wurden Forderungen nach wichtigen Medikamenten, wie Insulin und Beruhigungsmittel, ignoriert und abgelehnt. Die Lagerverwaltung stuft diese Medikamente als »nicht essenziell« ein.

 

Alaa Suleyman ist aufgrund von schweren psychologischen Problemen – hervorgerufen durch jahrelange Bombardierungen – auf diese Medikamente angewiesen. Laut ihrem Ehemann Mohammed, einem 35-jährigen Kurden, der zwei Wochen in der Quarantäne verbracht hat, existiert derzeit kein Test- und Rückverfolgungssystem; die Bedingungen in der Einrichtung seien inakzeptabel.

Um weiter zu lesen, kaufen Sie den Artikel oder werden Sie zenith Clubmitglied

zenith-Club-Mitglied werden

Werden Sie zenith-Club-Mitglied und Sie erhalten nicht nur das Printmagazin von zenith sondern freien Zugang zu allen kostenpflichtigen Artikeln. Mit der zenith-Club-Mitgliedschaft fördern Sie zudem die gemeinnützigen Tätigkeiten der Candid-Foundation.
1,99 €
»Schlimmer als in Syrien«
79,00 €
zenith-Clubmitglied werden
Von: 
Fareid Atta

Banner ausblenden

zenith 1-21 Cover

Deal des Jahrhunderts

Vor 60 Jahren schlossen Deutschland und die Türkei ein Anwerbeabkommen, das beide Länder für immer verändert hat - zwischenmenschlich, weltpolitisch. Die neue zenith ist da, inklusive 35 Seiten Dossier zu Türken, Deutschen und Deutschtürken.