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Twitter-Tipps: Frauen, die den Nahen Osten verändern

Bibi, Geburtshilfe und ein Handschlag mit dem Papst

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Jeden Freitag kuratieren wir fünf Twitter-Accounts zu einem Thema. In dieser Woche: Anlässlich des Weltfrauentages, fünf Frauen, die den Nahen Osten verändern.

1.) Raya Haffar Al-Hassan

Raya Hassan schrieb zu Beginn des Jahres Geschichte: Ende Januar trat sie im Libanon ihr Amt an – als erste Innenministerin der arabischen Welt. Sie ist Mitglied der »Allianz des 14. März« von Ministerpräsident Saad Hariri und war bereits von 2009 bis 2011 erste Finanzministerin in der Region.

 

Ihre Position möchte die Ökonomin nun nutzen, um sich gegen sexuelle Belästigung und Gewalt an Frauen einzusetzen: »Ich werde strikt sein in der Umsetzung von Gesetzen gegen die Belästigung von Frauen, Kindern und sogar Männern«, schreibt sie auf Twitter. Laut Hassan ist es notwendig, misshandelten Frauen Gehör zu schenken und es zum offiziellen Ziel zu machen, von Gewalt bedrohte Frauen zu schützen.

 

2.) Stav Shaffir

Die israelische Politikerin Stav Shaffir zog 2013 als jüngstes weibliches Mitglied für die Arbeiterpartei Awoda in die Knesset ein. Bekannt wurde sie im Sommer 2011 als treibende Kraft an der Seite von Daphne Leef bei den Protesten für Wirtschafts- und Sozialreformen auf dem Tel Aviver Rothschild-Boulevard.

 

Nach dem überraschenden Polit-Rückzug der ehemaligen Außenministerin Tzipi Livni im Februar ist die 33-Jährige nun neue Hoffnungsträgerin für das Mitte-Links-Lager. Für die anstehenden Wahlen im April steht Stav Shaffir ganz oben auf der Awoda-Liste und soll der Partei damit nicht zuletzt zu einem neuen Image verhelfen.

 

Auf ihrem Twitter-Account kritisiert sie häufig »Bibi«, den Premierminister Benjamin Netanyahu – unter anderem wegen seiner umstrittenen Wahlkampagne vor einem Soldatenfriedhof oder seines Zusammenschlusses mit der rassistischen Partei »Jüdische Stärke».

 

Ihr eigener Schwerpunkt liegt auf sozialen Themen, etwa langen Wartezeiten in Krankenhäusern: »Menschen sterben, weil es an Mitteln und Arbeitskräften fehlt.« Shaffir meint, nur in einem Land, dessen Geld von den Politikern gestohlen werde, könne so etwas geschehen.

 

3.) Noura Al-Kaabi

Noura Al-Kaabi ist Ministerin für Kultur und Wissensentwicklung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Vorsitzende der staatlichen Medienanstalt Abu Dhabi Media. Das Fachmagazin Arabian Business zählt sie zu den 100 einflussreichsten arabischen Frauen, Forbes Middle East führt sie in ihrem Ranking der Frauen in Regierungsverantwortung in der Region in den Top 30.

 

Twitter nutzt die 40-Jährige ganz im Sinne des Kurses öffentlicher Diplomatie, den die Monarchie fährt. Dazu gehören der Handschlag mit Papst Franziskus, Werbung für das »Jahr der Toleranz« der VAE und Treffen des »französisch-emiratischen Kulturdialogs«.

 

4.) Samia Al-Amoudi

Dr. Samia Al-Amoudi ist Gynäkologin, Geburtshelferin und Aktivistin für Frauengesundheit. Sie war die erste Frau, die in Saudi-Arabien ihren Kampf gegen Brustkrebs öffentlich machte, indem sie sich in Artikeln für die Zeitschrift Al-Medinah mit dem Thema auseinandersetzte. Seitdem hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, Bewusstsein für das Thema zu schaffen und ist seit 2012 Leiterin des Brustkrebs-Zentrum der König-Abdulaziz-Universität in Dschidda.

 

Auf Twitter informiert sie über die Arbeit des Zentrums und ruft Frauen dazu auf, die ihnen zustehenden Vorsorge- und Diagnoseleistungen in Anspruch zu nehmen.

 

5.) Esra’a Al Shafai

Esra’a Al Shafai ist Menschenrechtsaktivistin und Gründerin der gemeinnützigen Organisation Majal.org. Dort entwickelt die Bahrainerin Plattformen für marginalisierte Gruppen im Nahen Osten, wie beispielsweise die Community Ahwaa für queere Teenager und junge Erwachsene in der arabischen Welt.

 

Auf ihrem Twitter-Account macht sie darüber hinaus auf die vielen Hindernisse sowie staatlichen Repressalien aufmerksam, denen NGOs in der Region ausgesetzt sind. Sie berichtet über Zensur, Cyberattacken und Diffamierung, unter anderem in der Türkei, Saudi-Arabien oder Katar.

Von: 
zenith-Redaktion

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